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Once upon a time, 2003
Es war Sommer
Bevor es losgeht, es handelt sich um eine wahre Begebenheit jedoch war ich so frei Orte und Namen zu erfinden.
Unsere Freunde heißen in dieser Geschichte Jim, Jack und Jhonny jegliche Ähnlichkeit mit bestimmten Markenprodukten
ist dabei ausgeschlossen und rein zufällig.
Ich(Jack) schwitze.....brate.....koche....schmelze.......boooaaaaaaaa.....diese
Hitze.....es ist nich auszuhalten.....das Thermometer zeigt 33° im Schatten...
trotzdem es bereits 18:30 Uhr ist...und hier in meiner Bude isses mindestens
genauso heiß.... wenn nicht sogar noch heißer. Und obwohl ich es in letzter Zeit
erfolgreich geschafft hab so wenig Zeit wie nur möglich vorm Rechner zu verbringen
kam ich dennoch nicht umhin die q3-finaldemos des eswc zu saugen.
Selbst die Verbindung ins Netz scheint durch die Hitze schon geschrumpft zu sein....
der Download scheint eine Ewigkeit zu dauern. Ich steh schon kurz davor dem Rechner
und damit dem Backofenambiente zu entfliehen, da ertönt plötzlich das Penetrante
"oohooh" aus den am Boden liegenden und bis zum Anschlag aufgedrehten Kopfhörern, das
die frohe Botschaft einer eingetroffenen ICQ-Message überbringt- es ist das Jim.
Da er bei diesem Wetter anscheinend auch nichts Gescheidtes mit sich anzufangen weiß
verlangt es ihn nach dem Rat eines Gleichgesinnten....meinem. Sofort besinne ich
mich auf des Schlachters Polterabend kommende Woche und darauf dass wir noch einige
Kloschüsseln organisieren wollten... wozu einen die Hitze nicht so alles treibt...
schlimm....Wie dem auch sei...das Jim und ich kommen zu dem Schluss dass man die
Aktion heute in Angriff nehmen könnte. Da auch der Jhonny in diesem Augenblick
online ist wird er kurzerhand gleich mit rekrutiert und angewiesen Punkt 20:00 Uhr
vor Ort - nämlich bei mir - zu erscheinen.
Kurz nach 8 trifft das Jim schließlich ein und mit Taschenlampen bewaffnet machen
wir uns auf Richtung alten Truppenübungsplatz.
Unser Enthusiasmus wird durch eine neu installierte Schranke, welche das Befahren
unseres Zielgebietes unmöglich macht, abrupt gebremst. Damit konnte ja nun keiner
rechnen...wieso muss dieser verdammte Schlagbaum gerade jetzt da stehen....ok...den
gab es an dieser Stelle auch früher schon, aber wenigstens war er da nicht
verschlossen sondern nur als Abschreckung hingestellt und kinderleicht zu entfernen.
Jetzt aber hängt ein dickes Vorhängeschloss dran....super.
Schon kommen uns die wirresten Ideen dieses Hinderniss zu umgehen...jedoch ist das
Jim nicht gerade davon angetan seinen gelieben Wagen rechts dran vorbei durch
ziemlich unwegsames Gelände zu manövrieren...für weitere Überlegungen bleibt keine
Zeit, denn es nähert sich ein dunkelgrüner Jeep. Und da wir nicht drauf erpicht sind
dem ortsansässigen Förtser oder Jäger oder was auch immer es ist zu erklären warum
wir Ewigkeiten vor einer verschlossenen Schranke abgammeln die den Weg auf ein
ehemaliges militärisches Gelände versperrt ergreifen wir geistesgegenwärtig
die Flucht.
Ok....das Gelände ist groß und es wird sich sicherlich noch eine andere Möglichkeit
ergeben es zu befahren....dummerweise dämmert es bereits, was die Angelegenheit
nicht einfacher werden lässt.
Zurück auf der Straße nun also Richtung Schlumpfhausen um das Zielgebiet herum... die
nächste Einfahrt - ein winziger Waldweg - wird sofort genutzt...nach etwa 500 Metern
abermals Ernüchterung...diese Schranken scheinen wie Pilze von selbst aus dem Boden
zu wachsen... unglaublich aber wahr...auch dieser Weg ist versperrt... Also wieder
weiter...das orangene Schild auf der Straßenseite gegenüber zeigt noch 8km bis
Nimmerland...verdammt...so langsam verlässt uns der Mut.
Kurz bevor wir die Aktion abbrechen wollen plötzlich eine Einfahrt....also rein
da...nach etwa 200 Metern Fahrt abermals eine Schranke, deren Umfahren an einer
Seite aber nur durch eine morsche Holzbarriere verhindert wird...kein Problem für uns.
Das marode Gebälk schnell beiseite geräumt und schon haben wir freie Fahrt....das
Einzige was die Freude etwas trübt ist die voranschreitende Dämmerung.
Und noch ein weiteres Problem steht uns bevor...wo müssen wir lang???
Anhand der Richtung in der die Sonne untergegangen ist tasten wir uns langsam voran
Die alten Wege, die auch schon bessere Zeiten gesehen haben, lassen nur Schritttempo
zu und jede Bodenwelle wird von Jim's Kleinwagen mit einem lauten Kratzen am
Unterboden quittiert.
Mittlerweile ist es 22:30 Uhr...es ist dunkel, die steppenähnliche Vegetation lässt
keinerlei Orientierung zu. Aus Sicherheitsgründen fahren wir ohne Licht...schließlich
wollen wir nicht entdeckt werden....das Befahren des Geländes ist immerhin untersagt.
Das ohrenbetäubende Zirpen der Grillen ist das einzige was außer dem Motor des Wagens
zu hören ist.... nur der Mondschein verhindert dass wir uns total verfahren.
Nach einer endlos scheinenden Zeit tauchen plötzlich einige alte Gebäude in der
Dunkelheit auf...sehen irgendwie nach verfallenen Wachtürmen aus...wir beschließen
einen zu erklimmen um einen besseren Überblick zu bekommen, jedoch wurde die Treppe,
die das begehen des oberen Stockwerkes ermöglichen sollte, in kaum erreichbarer Höhe
abgesägt....und auch eine seltsame, eingetrocknete dunkelrote Flüssigkeit an einer
der Innenwände bewegt uns zur Rückkehr zum Auto....man kann ja nie wissen was für
Gestalten sich hier rumtreiben... immerhin ist das Gebiet riesig und in den überall
verstreuten zerfallenen Hütten, unterirdischen Gängen und Bunkeranlagen kann
sonstwas sein...wir fahren weiter.
Mittlerweile kommt mir die Gegend wieder etwas bekannter vor....japp....hier war
ich schonmal....endlich weiß ich wieder wo wir lang müssen. Wir haben unser Ziel in
einem großen Bogen umfahren...aber jetzt kann nichts mehr schief gehen...noch einen
halben Kilometer und wir sind da.
Wir parken etwas abseits des Weges, schnappen die Taschenlampen und machen uns auf
endlich zu holen weswegen wir hier sind... Jetzt ist nur noch der Gesang der Grillen
zu hören...ansonsten nur Wald und Dunkelheit und der alte, teilweise schon recht
zerfallene Wohnkomplex um uns herum... Wir nähern uns dem ersten Haus...der Eingang
wurde anscheinend schon mal zugemauert...aber jetzt liegen die Ziegel herausgebrochen
herum... wer wollte denn nur dort rein...und warum....oder wollte wer raus??...egal...
wir wollen jedenfalls rein.
Bereits im Erdgeschoss werden wir fündig...ein altes Klo...fest mit dem Boden
verputzt...aber nach einigen kräftigen Tritten löst es sich schließlich ab....fehlen
also noch 2...
Der krasse Suchscheinwerfer den ich mitgenommen hab war anscheinend nich voll
aufgeladen... denn er gibt zunehmends den Geist auf... naja...die gute alte Maglite
wird schon halten... Einige Türen weiter das nächste Klo...gleiche Prozedur wie beim
Anderen und es fehlt nur noch eines. Also auf in die erste Etage...und schon haben
wir wieder Glück...nummer drei ist im Sack...probehalber werfen wir eins den
Treppenaufgang runter...man muss sich ja vergewissern dass es auch gut zerspringt....
japp...passt.
Frisch-fröhlich also auf zum Auto und vor den Eingang gefahren, Klos einladen und
wieder heimwärts... Da wir nicht den ganzen Weg den wir gekommen waren wieder zurück
fahren wollen schlagen wir ne andere Richtung ein...und werden abermals durch eine
Schranke aufgehalten.... unglaublich....wer bezahlt die ganzen Dinger eigentlich??
Nach kurzer Beratung entschließen wir und doch auf dem gleichen Weg zurück zu fahren
auf dem wir hergekommen sind...also wieder durch die Nacht über den Übungsplatz...
Problemlos finden wir den Rückweg, es bleibt also etwas Zeit um aus dem Fenster in
die Nacht zu blicken...da plötzlich....mitten im Nirgendwo ein Leuchten am
Wegesrand...der Jhonny der hinter mir aus dem Fenster schaut sieht es auch...
Jim, der sich auf die Schlaglöcher konzentriert fährt dran vorbei, aber der
Jhonny und ich halten ihn dazu an zurück zu setzen um zu schauen worum es sich
handelt... Vielleicht ein Glühwürmchen??...aber dafür war es verdammt hell...und
dann nur eins?? sehr merkwürdig... Nach etlichen Metern rückwärtsfahren kommen wir
wieder zu der Stelle an der das Leuchten war...jetzt ist es klar zu erkennen........
es ist eine Kerze......mitten in der Pampa steht eine Kerze...umringt von halbhohem
Gebüsch das beim leichtesten Funken sofort in Flammen aufgehen würde....Gebüsch,
das sich über etliche Quadratkilometer erstreckt...alles klar...hier wollte jemand
Feuer legen....
Wie groß war die Wahrscheinlichkeit dass jemand diese Kerze entdecken...sie austreten
würde... hier...inmitten dieser Steppe... um diese Uhrzeit...Samstag...23:30 Uhr...
Wochenende...ich schätze in etwa so groß wie die Chance von einem Meteoriten
erschlagen zu werden...krank!!
Vernünftig wie wir sind - wenn man dieses Wort bei Leuten, die mitten in der Nacht
auf einem ehemaligen militärischen Sperrbereich Kloschüsseln entwenden, überhaupt
erwähnen darf - beseitigen wir die Gefahrenquelle und erweisen damit der Feuerwehr
einen unschätzbaren Dienst ...cool....man sind wir gut....kaum zu glauben...wir sind
halt die Besten...eine Geschichte für die Nachwelt...wow!!
Nun also wieder zurück in die Heimat...zum Jhonny...Klos ausladen....Jim spült
die millimeterdicke Staubschicht von seiner Karre und ein erfolgreicher Abend und
damit auch meine kleine Berichterstattung hier gehen zu Ende.